Informationen für Betroffene

Informationen für Betroffene

Am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin erforschen wir grundlegende Mechanismen des Lebens: Wie finden Zellen im Körper ihren Platz – und wie entscheiden sie, welche Aufgabe sie übernehmen? Welche Signale steuern das Wachstum von Blutgefäßen im gesunden Gewebe und bei Krankheit? Wie gelingt es Organen, ihre Struktur und Funktion über Jahre hinweg stabil zu halten? Und wie verändern genetische Mutationen die Funktion einzelner Zellen und tragen zu Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs bei?

Diese Fragen führen immer wieder auch Menschen auf unsere Website, die selbst betroffen sind oder Angehörige haben – auf der Suche nach Antworten zu ihrer eigenen Erkrankung. Wir möchten an dieser Stelle offen und ehrlich erklären, was wir leisten können und was nicht.

Wir betreiben Grundlagenforschung, keine Medizin

Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen molekulare und zelluläre Mechanismen – meist in Zell- und Gewebemodellen oder im Tiermodell. Wir sind kein klinisches Institut, führen keine Patientenstudien durch und können keine individuelle medizinische Beratung anbieten. Das bedeutet konkret:

  • Wir können keine Fragen zu einzelnen Krankheitsverläufen oder Symptomen beantworten.
  • Wir bieten keine Diagnosen, Therapieempfehlungen oder Zweitmeinungen an.
  • Eine Teilnahme an unseren Forschungsprojekten als Patientin oder Patient ist nicht möglich.

Warum das so ist

Grundlagenforschung liefert neue Erkenntnisse über die molekularen Ursachen von Erkrankungen – sie ist damit ein wichtiger erster Schritt, aber noch keine Therapie. Bis aus einer Entdeckung im Labor eine sichere und wirksame Behandlung für Patientinnen und Patienten wird, sind in der Regel viele weitere Schritte in der klinischen Forschung notwendig, und es können Jahre vergehen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an unserem Institut sind in aller Regel keine Mediziner:innen und daher nicht dazu ausgebildet, individuelle Krankheitsverläufe zu bewerten.

Wohin Sie sich stattdessen wenden können

Für Fragen zu Ihrer eigenen Erkrankung oder der eines Angehörigen empfehlen wir:

  • Ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte – sie kennen Ihre individuelle Situation und können sie fachlich einordnen.
  • Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen zum jeweiligen Krankheitsbild, die oft auch aktuelle, verständlich aufbereitete Forschungsinformationen bereitstellen.
  • Unabhängige, wissenschaftlich fundierte Gesundheitsportale, zum Beispiel gesundheitsinformation.de des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Frühere Anfragen

Im März 2022 hatten wir gemeinsam mit der Universität Münster eine Studie veröffentlicht, die zeigte, dass SARS-CoV-2 in Netzhaut-Organoiden bestimmte Netzhautzellen infizieren kann. Diese Studie hatte damals viele Anfragen von Betroffenen ausgelöst. Sie war Teil unserer früheren Arbeiten zur Stammzell- und Organoidforschung, die heute nicht mehr zu den Forschungsschwerpunkten unseres Instituts gehört. Weitere Informationen dazu finden Sie in der ursprünglichen Pressemitteilung.

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