Max Planck Direktor Ralf Adams erhält den Feldberg Prize 2021

Hohe Auszeichnung der 'Feldberg Foundation for anglo-german scientific exchange'

1. Februar 2021

Professor Ralf H. Adams, Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster, erhält den Feldberg-Preis 2021, der jährlich von der Feldberg-Stiftung für den deutsch-britischen Wissenschaftsaustausch an jeweils einen Forscher oder eine Forscherin in Deutschland und Großbritannien vergeben wird. Zweck der Stiftung und des Preises ist die Förderung des wissenschaftlichen Kontaktes zwischen deutschen und englischen Wissenschaftlern auf dem Gebiet der experimentellen medizinischen Forschung.

Ralf H. Adams erhält als deutscher Wissenschaftler den Feldberg Prize 2021.

„Es ist eine große Ehre für mich, diesen Preis zu bekommen,“ freut sich Ralf Adams. Der Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin hat enge wissenschaftliche Beziehungen nach Großbritannien: Fast acht Jahre war er am London Research Institute der Stiftung Cancer Research UK in London tätig.

„Die Zeit in London war für mich sehr beeindruckend und prägend,“ sagt Ralf Adams. „Gerade nach dem vollendeten Brexit ist es mir ein großes Anliegen, die guten Beziehungen und wissenschaftliche Interaktionen aufrecht zu erhalten. Forschung lebt von internationalem Austausch und Großbritannien wird auch künftig eine wichtige wissenschaftliche Treibkraft in vielen Forschungsfelder sein. Es wäre fatal, wenn die europäische Forschungslandschaft durch den Brexit gespalten würde.“

Die Arbeit der Feldberg-Stiftung scheint daher wichtiger denn je zuvor – und Ralf Adams als deutscher Preisträger geradezu prädestiniert. Das Stiftungsgremium aus britischen und deutschen Wissenschaftlern und zwei Treuhändern der Stiftung wählte ihn unisono als diesjährigen deutschen Preisträger aus.

„Der zum Stiftungszweck gehörenden Verpflichtung der Preisträger, jeweils im anderen Land einen Preisvortrag zu halten, komme ich sehr gerne nach,“ sagt Ralf Adams. Und ergänzt: „Sobald die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie es erlauben.“

Ralf Adams ist seit 2014 gewähltes Mitglied der Europäischen Organisation für Molekularbiologie. Er wurde mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft, dem Werner-Risau-Gedächtnispreis und dem Malpighi-Preis der Europäischen Gesellschaft für Mikrozirkulation ausgezeichnet.

Unter den vorherigen Preisträgern der Feldberg-Stiftung sind die aktuelle Vizepräsidentin der Max-Planck-Gesellschaft für ihre Biologisch-Medizinische Sektion, Asifa Akhtar, der frühere Max-Planck-Vizepräsident Herbert Jäckle, der frühere Max-Planck-Präsident Peter Gruss sowie andere Max-Planck-Direktoren und einige Nobelpreisträger.

Die Hauptforschungsinteressen von Ralf Adams sind die Gefäßbiologie, die Regulation des Blutgefäßwachstums, die organspezifische Spezialisierung von Gefäßzellen und die Kommunikation zwischen dem Gefäßsystem und anderen Zelltypen im umgebenden Gewebe. Eine Schlüsselentdeckung seines Teams ist die Identifizierung spezialisierter Gefäß-Subpopulationen im Knochen mit kritischen funktionellen Rollen in der Skelettentwicklung, der Knochenhomöostase, dem altersbedingten Knochenverlust und der Osteoporose. Seine Forschung nutzt fortschrittliche Mausgenetik und konfokale/zwei-Photonen-Mikroskopie zusammen mit einer Reihe von zellbiologischen Ansätzen.

Ralf Adams promovierte 1996 mit Auszeichnung an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt mit seinen Studien zu der Steuerung von wachsenden Nervenenden, sogenannten Axonen. Nach einer erfolgreichen Postdoc-Phase in der Gruppe von Rüdiger Klein am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg zog er im Jahr 2000 nach London und gründete sein unabhängiges Labor am London Research Institute der Stiftung Cancer Research UK. Im Jahr 2007 wurde er Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin und er ist zudem außerplanmäßiger Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster.

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